Die Kokosfaser – natürlich von der Ernte bis zur Kompostierung

Die Kokospalme wird seit über 4.000 Jahren kultiviert. Wegen ihrer vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten – von der Wurzel bis zum Blattstiel – nennen sie die Einwohner Indiens und Sri Lankas liebevoll “Baum des Lebens”. Die für die textile Weiterverarbeitung verwendeten Fasern umhüllen als 5 bis 8 cm dickes Polster die wertvolle Kokosnuß, deren Milch und Fruchtfleisch weltweit begehrte Grundstoffe der Nahrungsmittelindustrie sind. Das extrem ölhaltige Copra wird in der Kosmetikindustrie verwendet. Man nutzt seit über 100 Jahren Kokosgarne zur Herstellung natürlicher Teppichböden. Kokosfasern sind nachwachsende Rohstoffe und lassen sich von Hand oder maschinell verspinnen. Der Faseraufbau gleicht einer winzigen Röhre von gleichbleibender Elastizität mit hoher schall- und wärmedämmender Wirkung. Kokospalmen finden sich am gesamten Äquator. Umweltgifte aus der Luft können wegen der harten Außenschale nicht an die Fasern gelangen. Die Härte und Fettfreiheit der Faser bieten für Bakterien keinen Nährboden, daher sind Kokosteppichböden antibakteriell. Zusammen mit hoher Scheuer- und Reißfestigkeit kennzeichnen diese Eigenschaften die besondere Qualität des aus Kokosgarn gewebten Teppichbodens. Er zeichnet sich durch hohe Trittschalldämmwerte und besonderen Gehkomfort aus. Und wenn der Kokosteppichboden nach vielen Jahren entsorgt werden muß, ist die Faser wegen ihrer guten Verrottbarkeit vollständig biologisch abbaubar. Wie alle Naturfasern ist Kokos hygroskopisch, d.h. je nach Raumfeuchtigkeit dehnt sich die Faser aus oder zieht sich zusammen. Bei Sisal verhält es sich genau umgekehrt. Daher haben die meisten Kokosteppichböden zur Verbesserung der Dimensions-Stabilität Sisal in der Unterkette. Kokos lädt sich nicht elektrostatisch auf und sorgt für ein gesundes Raumklima. Die Luftfeuchtigkeit sollte jedoch nie unter 40% absinken. Farbabweichungen unterschiedlicher Partien sind bei allen Naturfasern möglich.

Die Sisalfaser – Eleganz mit edlem Glanz

Ebenso wie Kokos ist Sisal ein nachwachsender Rohstoff. Die aus der Sisalagave gewonnenen Blattfasern haben eine Länge von 60 bis 100 cm, sind besonders reißfest und gut einzufärben. Wichtige Erzeugerländer sind Mexiko, Brasilien, Kenia sowie Tansania und Mocambique. Die Fasern werden überwiegend maschinell gesponnen. Wie die meisten Naturfasern ist auch Sisal hygroskopisch. Sisal zieht sich bei Feuchtigkeit zusammen und dehnt sich bei Trockenheit aus. Die Kombination mit Kokos bewirkt demzufolge, daß diese Qualitäten dimensionsstabil bleiben. Wie Kokos hat Sisal ein gutes Wärmedämmverhalten und ist schwer entflammbar. Es lädt sich elektrostatisch nicht auf. Die Entsorgung der Faser ist, wie bei Kokos, natürlich, da sie ebenfalls verrottbar ist.  Farbabweichungen unterschiedlicher Partien – besonders bei Naturtönen – sind möglich. Es können sich im Laufe der Zeit leichte Veränderungen einstellen.

Haargarn

Beim ältesten natürlichen Spinnstoff der Welt werden überwiegend Haare von Ziegen verarbeitet und mit den Haaren von anderen Tierarten (Rind, Hase und Reh) maschinell versponnen. Für die Herstellung eines Haargarn-Teppichbodens kommen Garne aus groben Haaren zum Einsatz, die zur Stabilisierung mit Wolle oder geringen Anteilen an Chemiefasern vermischt sind. Sie gewährleisten einen extrem strapazierfähigen und dauerhaft gebrauchstüchtigen Teppichboden.Die Haare sind glatt, lang, hart und haben einen harschigen Griff, der von der sogenannten Seele stammt, einer Markschicht im Innern des Tierhaars. Durch den schuppenförmigen Aufbau der Tierhaare ist Haargarn hygroskopisch, d.h. es nimmt Feuchtigkeit auf und gibt Feuchtigkeit ab. Demzufolge lädt sich ein Teppichboden aus Haargarn bei entsprechend ausreichender Luftfeuchtigkeit elektrostatisch nicht auf.
Ähnlich wie alle Naturfasern weist auch Haargarn ein sehr gutes Dämmverhalten auf. Tests haben entsprechend gute Schallschluck- und Trittschalldämmwerte ergeben. Haargarn ist elastisch, daher extrem strapazierfähig und zieht keinen Schmutz an. Farbabweichungen unterschiedlicher Partien sind bei allen Naturfasern möglich.

Jute

Jute ist eine aus der Stengelpflanze gewonnene Bastfaser, ähnlich Flachs und Hanf. Durch ihre natürliche Festigkeit und Härte ist die Jute-Faser (ca. 1,5 bis 2 m lang) für die Herstellung grober, fester und widerstandsfähiger Garne und Gewebe besonders geeignet. Bei den für den Teppichboden von gesponnenen Jutegarnen handelt es sich um spezielle Farbmelangen als 3-fach-Zwirn von höchster Drehung. Ähnlich wie bei den vorbeschriebenen Naturfasern sind auch hier Farbabweichungen verschiedener Partien möglich.

Papier

Die Festigkeit der Holzfaser in Kombination mit ihrer natürlichen Herkunft provozierte die Idee, eine neue Teppichgeneration zu entwickeln. Das aus der Holzfaser gewonnene Papier wird zu einer festen Papierschnur gedreht, aus der auf dem Webstuhl ein neuer Teppichboden entsteht.